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Hamburgtour und Derbysieg

Datum 12 Jahre, 6 Monate alt   Autor Pressesprecher  

Freud und Leid liegen manchmal wirklich sehr eng beieinander – besonders wenn man Fan von Eintracht Frankfurt ist. So machte sich am Samstagmorgen um 6 Uhr eine fast unüberschaubare Delegation von Schwarzrettichen auf den schon so bekannten Weg nach Hamburg. Während der Zugfahrt rieselten wie immer imaginäre Astischmaum-Partikel von der Decke, die Schaffnerin mit dem zauberhaften Akzent und dem klangvollen Namen Meolody-Mandy-Sandy-Candy-Cindy-Kathleen–Peggy-Doreen (kurz Tripple M) wurde auf die Guantanamo-ähnlichen Verhältnisse in der zweiten Klasse des ICEs aufmerksam gemacht.

In Hamburg angekommen, wurde als allererstes der Clubwirt überall gesucht, doch wie jedes Jahr war er auch diesmal wieder wie vom Erdboden verschluckt. Nach dem obligatorischen Hafenrundgang gab es eine denkwürdige Audienz bei Uwe Seeler. Er hat zwar nie den Eintrachtadler auf der Brust getragen, aber UnsUwe war und ist ein Mann, der einfach den Fußball lebt und mit seiner ehrlichen Art bei älteren und jüngeren Fans super ankommt. An einem wie Seeler sollte sich auch unser Herr Jones mal ein Beispiel nehmen und endlich den Vertrag verlängern...

In der Army-of-Lamers-Arena durften wir dann wie jedes Jahr den Klängen von Lotto und Pape lauschen – seltsamerweise trällerten sie diesmal aber nur ein einziges Lied und standen mit dem Rücken zur Schwarzrettichmeute (ich will mein Geld zurück!). Das anschließende Spiel war wie so oft in dieser Saison: Die Eintracht ist am Drücker, macht vorne die Dinger nicht rein und hinten werden einige Böcke geritten – am Ende ein völlig unverdienter 3:1 Sieg für den HSV. Die folgende Tour durch St.Pauli war natürlich auch wie immer: Knil lag irgendwo in der Ecke und schlief (Jetlag ist keine Entschuldigung!), die Shitrockerz sangen mit erhobener Faust von Pepsi Max, der Clubwirt lernte Jan Josef Jevers Bruder kennen, der Präsident verschlang den nächtlichen Döner, der Pressesprecher besuchte die vietnamesische Maffia und irgendwo in der Ecke knutschte jemand mit Anne Frank. Zum Abschluss der Reise ließ es sich die Gruppe im Schweinske schmecken und erfreute sich an der wie immer sehr unfreundlichen Bedienung.

Die Adler konnten kaum ihren Schlaf nachholen, da stand auch schon das nächste Highlight auf dem Programm: Viertelfinale im DFB-Pokal bei den Unaussprechlichen. Einige Schwarzrettiche, die keine Weicheier waren, schauten sich das Spiel mit ca. 20000000000000000 anderen Eintrachtfans auf der Konstablerwache an. Und es lohnte sich: Die Oxxen wurden mit 3:0 geschlachtet! So schnell konnten die gar nicht gucken, da hatten wir schon das Lasso geworfen und die Schlinge immer fester zugezogen. Dieses Festmahl sollte uns für die kommenden Bundesligapartien stärken, damit wir schnell wieder da unten rauskommen! Ahoi.

 
Bild von Jürgen Grabowski